100 Tausend Dächer Initiative gegen Wohnungsnot in Ballungszentren

geschrieben am 06.04.2018 von Klaus Peltzer

Attraktiven neuen und bezahlbaren Wohnraum in Wachstumsregionen schaffen: Das ist das Ziel der bundesweiten 100 Tausend Dächer Initiative, initiiert u.a. vom Bundesverband deutscher Wohnungs- und Immobilienunternehmen e.V. (GdW). Mehr als eine Million zusätzliche Wohnungen sollen durch Dachaufstockung in dicht besiedelten Gebieten entstehen.

Wie allgemein bekannt ist, mangelt es in Deutschland an bezahlbarem Wohnraum. Laut einer Studie des Instituts der Deutschen Wirtschaft Köln (IW) fehlen in Deutschland bis 2020 jährlich 385.000 neue Wohnungen. Angesichts der stetig steigenden Nachfrage ist der Wohnungsmarkt vor allem in Ballungsräumen, Groß- und Universitätsstädten sehr angespannt. Zumal nicht einmal 30 Prozent des gesamten bundesdeutschen Gebäudebestandes sich in den Ballungszentren befindet.
Zwar ist die Zahl sowohl der fertiggestellten Wohnungen als auch der Baugenehmigungen in Deutschland in den vergangenen Jahren kontinuierlich gestiegen. Doch das reicht noch lange nicht, findet Studienautor Michael Voigtländer. „Wir gehen nicht davon aus, dass die Bautätigkeit in den A-Städten das erforderliche Niveau an Baufertigstellungen erreichen wird.“ Damit sind vor allem Metropolen wie Berlin, Frankfurt, Stuttgart oder München gemeint. Logische Folge des Missverhältnisses von Angebot und Nachfrage: Die Immobilienpreise steigen weiter.


Über eine Million zusätzliche Wohnungen


Um diesem Trend entgegenzuwirken, wollen der Bundesverband deutscher Wohnungs- und Immobilienunternehmen e.V. (GdW), der Bundesverband der Gipsindustrie e.V. (GIPS) und der FMI Fachverband Mineralwolleindustrie e.V. (FMI) nun hoch hinaus: Insgesamt sollen über eine Million zusätzliche Wohnungen entstehen, indem man in dicht besiedelten Gebieten einfach noch „eins draufsetzt“ - ein Stockwerk nämlich. Die gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Vorteile leuchten ein: Aufstockungen bestehender Gebäude können dazu beitragen, kostengünstigen Wohnraum vor allem im innerstädtischen Bereich zu schaffen, zumal keine Grundstückskosten anfallen. Energetisch optimiert, verbessern sie außerdem die Energieeffzienz des gesamten Hauses, tragen also zum Klimaschutz bei. Ein weiter Umweltaspekt: Grünflächen bleiben unversiegelt, da kein zusätzliches Bauland benötigt wird.

Politische Unterstützung gefordert


Das Potenzial ist groß, doch die strengen Auflagen zu Abstandsflächen und Ausgleichsmaßnahmen, zu Stellplatzpflichten und zum Brandschutz sind nicht gerade dazu angetan, Bauherren zu ermutigen. Insofern handelt es sich bei „100 Tausend Dächer“ um eine politische Initiative, die auf Unterstützung der Politik auf kommunaler, Landes- und Bundesebene drängt. Hauseigentümer brauchen flexiblere baurechtliche Regelungen und wirtschaftlich günstige Rahmenbedingungen, um dazu ermuntert zu werden, Wohnraum durch Aufstockungen und Dachausbauten zu schaffen. „Es braucht wirtschaftliche Anreize, damit der mit Dachaufstockungen verbundene Mehraufwand bei der Planung und Ausführung zumindest teilweise kompensiert werden kann“, so die Initiatoren.

Quellen: web.gdw.de, verbaende.com, bbu.de, vermieter-ratgeber.de

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